Feedbackkultur im Team: Klarheit statt falscher Harmonie

Die gefährlichste Person im Team ist manchmal nicht der Lauteste.
Sondern die Führungskraft, die nichts mehr anspricht.
Eine Frage im Seminar
Heute habe ich Führungskräfte beim „Silent Feedback“ gebeten, anonym aufzuschreiben:
Welches Verhalten toleriere ich längst, obwohl ich es eigentlich ansprechen müsste?
Der Raum wurde plötzlich still.
Auf den Karten stand:
- „Ich vermeide kritisches Feedback.“
- „Ich hoffe, dass sich Probleme von allein lösen.“
- „Ich dulde Verhalten, das ich eigentlich nicht okay finde.“
- „Ich möchte die Harmonie nicht stören.“
- „Mein Team soll mich mögen.“
Wenn Höflichkeit zum Problem wird
Genau dort lag die eigentliche Erkenntnis:
Viele Teams sind nicht zu direkt.
Sie sind zu höflich geworden.
Denn jedes Verhalten, das dauerhaft toleriert wird, wird irgendwann zur neuen Teamnorm.
Klarheit schafft Vertrauen
Vielleicht ist das die unbequemste Wahrheit moderner Führung:
Nicht fehlende Empathie zerstört Vertrauen.
Sondern fehlende Klarheit.
Psychologische Sicherheit bedeutet nicht, dass immer Harmonie herrscht. Sie bedeutet, dass Menschen Dinge ehrlich ansprechen können, bevor Frust zu Schweigen wird.
Mehr darüber, welche Faktoren Teams wirksam machen, erklärt:
Google re:Work in seinem Leitfaden zur Teameffektivität.
Wie freundlich ist dein Team?
Welche Themen werden in deinem Team vielleicht zu lange nicht angesprochen?
Den ursprünglichen Impuls findest du auch auf