Führung im Urlaub: Entscheidungsrahmen

Wenn dein Team auch im Urlaub nachfragt
Und meistens ist die Frage wirklich kurz.
Die Antwort leider nicht immer. Du brauchst Hintergrundinformationen, prüfst kurz etwas, gibst eine Einschätzung oder triffst direkt die Entscheidung.
Fünfzehn Minuten später ist das Thema erledigt.
Zumindest für deinen Mitarbeiter.
Du dagegen bist gedanklich direkt wieder im Unternehmen.
Warum die Frage bei dir landet
Die Nachricht ist nicht das Problem. Entscheidend ist, warum die Frage auch im Urlaub noch bei dir landet.
Vielleicht ist nicht klar vereinbart:
Was darf die Führungskraft selbst entscheiden?
Worüber möchtest du lediglich informiert werden?
Und was ist tatsächlich so wichtig, dass du im Urlaub kontaktiert werden musst?
Viele Unternehmer sagen vor ihrer Abreise:
„Wenn etwas ist, könnt ihr mich jederzeit erreichen.“
Das klingt verantwortungsvoll.
Es lässt aber viel Interpretationsspielraum.
Denn was genau bedeutet „wenn etwas ist“?
Für dich ist das vielleicht ein gefährdeter Großauftrag. Für einen Mitarbeiter kann es bereits eine verärgerte Kundenmail oder eine ungeplante Personalsituation sein.
Klare Entscheidungsrahmen statt ständiger Erreichbarkeit
Ein klarer Entscheidungsrahmen hilft beiden Seiten mehr als eine pauschale Erreichbarkeit.
Klärt deshalb vor dem nächsten Urlaub drei Dinge:
- Diese Entscheidungen trefft ihr selbst.
- Darüber informiert ihr mich nach meiner Rückkehr.
- Nur in diesen Ausnahmefällen kontaktiert ihr mich sofort.
Urlaub beginnt mit Vertrauen
Das nimmt dir nicht die Verantwortung als Unternehmer.
Es sorgt dafür, dass Verantwortung auch dort übernommen werden kann, wo du sie längst vermutest: bei deinen Führungskräften.
Denn echter Urlaub beginnt nicht mit der Abwesenheitsnotiz.
Er beginnt, wenn dein Unternehmen nicht für jede operative Entscheidung auf deine Antwort wartet.
Den ursprünglichen Impuls findest du auch auf LinkedIn.